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01. Juni 2016

Angerer befragt Ex-Hypo-Chef Picker: Falsche Einschätzung der Hypo-Kosten?

Auskunftsperson Nr. 2 war heute Alexander Picker, welcher an der Spitze der Hypo stand, als diese fünf Jahre nach der Verstaatlichung aufgeteilt wurde. Zuvor hatte er Spitzenpositionen in einer Reihe von Banken inne. Nachdem Picker bereits gemeint hatte, dass eine Geschäftsaufsicht für die verstaatlichte Hypo zu einer „kalten Enteignung“ geführt hätte, eröffnete FP-Fraktionsführer NAbg. Erwin Angerer mit der Frage, ob diese Thematik auch besprochen wurde. Der ehemalige Hypo-Chef erklärte, dass dies in der Taskforce nicht beredet wurde. Nun kam der Abgeordnete auf das Südosteuropa-Netzwerk zu sprechen: Auf Rechnungen vor dem Verkauf desselben sei der Vermerk „bereits bereinigt“ zu finden, was bedeutet das? Gute und „ausfallbedrohte Kredite“ wären bereits getrennt worden, gab Picker zur Antwort. Angerer setzte nun mit einer Bewertung des ehemaligen Hypo-Chefs aus dem Jahr 2014 fort, wonach die Bank Kosten zwischen 0 und 4 Milliarden Euro verursachen würde. Der Generalvergleich habe dann bei den Passiva zu höheren Kosten geführt. Zweiteres, so Alexander Picker darauf, wäre nicht absehbar gewesen, was das Szenario verschlechtert habe, könne er nicht sagen. „Scheint so, dass meine Annahmen falsch waren. Ich sehe aber nicht, wo meine Annahmen falsch waren“, so der Befragte.

Der freiheitliche Fraktionsführer ließ nun ein Schreiben des Chefs der Finanzprokuratur, Peschorn, vorlegen, in welchem dieser Pickers Einschätzungen der Hypo-Kosten kritisierte. Angerer interessierte hier, wie er nach nur kurzer Zeit in der Hypo-Chefetage überhaupt zu Annahmen kommen hätte können. Die Auskunftsperson verwies auf Abteilungen und Mitarbeiter der Bank. Abschließend thematisierte NAbg. Erwin Angerer noch die Laufbahn Pickers nach dem Verkauf der Südosteuropa-Gruppe an den US-amerikanischen Fonds Advent. Er sei, so der Ex-Hypo-Chef, noch bis Sommer 2015 CEO der Gruppe gewesen, anschließend wurde auf Wunsch der neuen Eigentümer ein anderer Chef eingesetzt. Auf entsprechende Nachfrage, warum er nicht in der Heta bleiben konnte, verwies Alexander Picker darauf, dass ihm gesagt worden sei, dass „man ihn lieber im aktiven Teil der Bank sehen“ habe wolle.

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